Saarbrücker Schloss

Verwaltungssitz des Regionalverbandes und Wahrzeichen der Landeshauptstadt, Anziehungspunkt für Einheimische sowie Touristen und Stein gewordenes Zeugnis einer bewegten Vergangenheit: Das Saarbrücker Schloss ist ein einzigartiges Bauwerk mit einer ganz besonderen Geschichte.

Auf den Sandsteinfelsen über der Saar, auf dem das Saarbrücker Schloss thront, ist auch die Namensgebung der Stadt zurückzuführen. „Sara brocca“ von althochdeutsch „brocc(h)o“: Abgebrochenes, der Brocken an der Saar.

Von Frühzeit an war er Mittelpunkt der Besiedelung und Zentrum der Herrschaft in Saarbrücken. Auf eine Reihe von Burgbauten im Mittelalter folgte in der Renaissance das erste Schloss. Nach mehrfachen Umbauten erteilte Fürst Wilhelm Heinrich zu Nassau-Saarbrücken 1748 seinem Haus- und Hofbaumeister Friedrich Joachim Stengel den Auftrag, ein barockes Schloss mit völlig neuem Grundriss zu errichten. Schon kurz nach seiner Fertigstellung wurde das Gebäude in den folgenden Revolutionen und Kriegen stark in Mitleidenschaft gezogen.

Bereits in den 1950er Jahren kam die notwendige gründliche Sanierung ins Gespräch. Ab 1969 mussten Teile des Schlosses wegen Baufälligkeit gesperrt werden. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurden Gutachten erstellt, Entwürfe erstellt und über die Finanzierung diskutiert. Erst 1976 regte der damalige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken, Oskar Lafontaine, die Durchführung eines Städtebaulichen Planverfahrens an.

Prof. Dr. Gottfried Böhm, der einzige Pritzker-Preisträger Deutschlands, erhielt 1978 den Zuschlag für sein Gutachten und 1981 schließlich für seinen Entwurf zur Sanierung des Schlosses mit einem Umbau des Mittelbaus und des Schlossumfelds. 1982 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. 1989 das Bürgerschloss feierlich eröffnet. Das Gebäude wurde vollständig entkernt und in Anlehnung an das Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert gestaltet. Einzigartig und unverkennbar macht es sein postmoderner, gläserner Mittelbau, der bis heute polarisiert.

Die Saarbrücker haben ihren Frieden mit dem eigenwilligen Ensemble aus Alt und Neu gemacht. Sie lieben ihr Schloss, das im Zuge der Neugestaltung den Auftrag bekommen hat, ein offenes und transparentes Bürgerschloss zu sein. Diesem Anliegen kommt der Regionalverband Saarbrücken, der die Gebäude am Schlossplatz als Landkreis Saarbrücken seit den frühen 1920er Jahren Zug um Zug erworben hatte, mit seinem Kulturprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach – umrahmt und unterstützt von der Volkshochschule und den am Schlossplatz gelegenen Museen.